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Mit den Bedürfnissen deines Hundes zu besserer Bindung und Erziehung

Aktualisiert: 14. Okt. 2022


Wie möchtest du deinen Hund erziehen? Über Strafe oder über Belohnungen? Oder anders gefragt, möchtest du Gefühle wie Schmerz, Traurigkeit, Angst und Unverständnis oder lieber Freude, Erfolg und Kontrolle über die Konsequenzen des eigenen Verhaltens bei deinem Hund hervorrufen? Was wird deinen Hund langfristig wohl mehr zur Zusammenarbeit mit dir motivieren?


Wenn ich sage, dass ich meinen Hund über Belohnungen erziehe, kommt sehr häufig die Frage, ob ich meinem Hund keine Grenzen setze? Ob mein Hund alles darf und ich Verhalten, das gar nicht geht, einfach ignoriere?

Ich setze auch Grenzen, aber fair und nicht grob, sondern so, dass Elisa eine Chance hat zu verstehen, was ich stattdessen von ihr möchte.

Komplett ohne Strafe kommen wir im Training nicht aus, denn streng genommen bedeutet schon das Anleinen des Hundes eine Strafe für ihn, weil wir seine Freiheit einschränken.


Wenn es aber darum geht, ein neues Verhalten zu erlernen oder Probleme des Alltags in andere Bahnen zu lenken, ist die Arbeit über Belohnungen meiner Ansicht nach der bessere Weg.

Belohnung wird in diesem Kontext vielfach einzig und allein mit Futter gleichgesetzt.

Was für unsere Hunde jedoch eine Belohnung darstellt, entscheidet der Hund und das ist wie immer individuell. Ganz häufig ist es auch abhängig von der Situation und vor allem beinhaltet es deutlich mehr als Futter.


Wie motivieren wir also unsere Hunde zur Kooperation? Vor allem auch in Situationen, in denen die Ablenkung besonders hoch ist?

Unter Motivation wird häufig die „Gesamtheit der Beweggründe, Einflüsse, die eine Entscheidung, Handlung o. Ä. beeinflussen, zu einer Handlungsweise anregen“ verstanden.

Kurz gesagt: der innere Antrieb für ein Verhalten, das wir im Außen als Handlung sehen oder auch ein Bedürfnis, das uns zu einer Handlung bewegt.


Sowohl beim Verstehen von Verhalten als auch bei der Motivation spielen die Bedürfnisse deines Hundes eine zentrale Rolle. Wir wollen positive Gefühle während des Trainings hervorrufen und unseren Hund so zur Zusammenarbeit motivieren. Wir wollen gewünschtes Verhalten belohnen und zwar am besten mit dem, was unser Hund in diesem Moment auch als Belohnung empfindet.

Puh, klingt ganz schön kompliziert.

Wir kommen der Lösung etwas näher, wenn wir uns überlegen, in welchen Situationen sich unser Hund so richtig gut fühlt und welche Handlungen zentrale Bedürfnisse unseres Hundes erfüllen. Vereinfacht gesagt, kommen wir den Bedürfnissen etwas näher, wenn wir uns überlegen, was unser Hund so richtig gerne tut.


Die Grafik hilft uns das Ganze etwas zu sortieren:


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Was rechts in dem Kreis steht, sind Dinge, die Elisa wirklich liebt und die positive Gefühle bei ihr auslösen. Es sind sozusagen ihre Hobbys. Ihr größtes Hobby ist Hetzen, da kann sie kaum widerstehen.


Weitere Hobbys unserer Hunde können sein:


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Konntest du die Hobbys deines Hundes identifizieren?

Falls es dir noch schwerfällt, beobachte deinen Hund in eurem Alltag. Erstelle eine Liste mit Dingen, die dein Hund wirklich liebt. Anschließend streichst du die Hobbys, die du deinem Hund nicht erlauben willst oder kannst. Bei uns wäre das z.B. das Hetzen von Hasen. Markiere nun alle Hobbys deines Hundes, in denen du irgendwie mit vor kommst oder überlege dir, wie du dich einbringen kannst. Wir haben z.B. Hetzen von Hasen in Hetzen von Futter oder Hetzen des Stofftiers umgewandelt. Die Punkte, die auf deiner Liste übrig bleiben, kannst du wunderbar nutzen, um deinen Hund zu belohnen. Und zwar so, dass es dein Hund auch als Belohnung empfindet.


Ich gebe dir hierfür eine Beispiel:

Elisa steht am Wegrand und beobachtet ein Mauseloch. Was sie hier zeigt, ist Jagdverhalten und steht bei ihr hoch im Kurs. Rufe ich sie von dem Mauseloch ab und halte ihr als Belohnung einen staubigen Keks vor die Nase, empfindet sie das nicht als Belohnung. Wenn ich Pech habe, rührt sie den Keks nicht mal an.

Rufe ich sie jedoch und werfe den Keks in ihre Laufrichtung, kann sie nochmal richtig Gas geben und dem Keks hinterher hetzen, was sie absolut liebt. Das heißt also meine Belohnung stellt für Elisa in diesem Moment wirklich eine Belohnung dar und das verstärkt enorm das gezeigte Verhalten: Zurückkommen wenn ich sie rufe.


Was hat das jetzt alles mit Erziehung und Bindung zu tun?

Verhalten das sich lohnt, wird öfter gezeigt. Belohnst du deinen Hund also mit Dingen, die seinen Hobbys oder Bedürfnissen entsprechen, lohnt sich das für ihn und es motiviert ihn mit dir zu kooperieren. Je besser die Belohnungen zur jeweiligen Situation passen, desto schneller lernt dein Hund, welches Verhalten die Belohnung auslöst und zeigt dieses Verhalten öfter und zuverlässiger.


Dein Hund lernt so nach und nach, dass du echt einen Plan von dem hast, was ihm wichtig ist. Er fühlt sich durch dich verstanden. Es macht Spaß mit dir zu kooperieren, weil du immer die passende Belohnung parat hast.

Du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe: wenn die die Hobbys deines Hundes berücksichtigst, wird dein Hund dich dafür lieben und deine Signale werden sicherer und zuverlässiger ausgeführt!




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